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Großstädte in Deutschland - Bochum

Die Stadt Bochum ist mit rund 390.000 Einwohnern eines der vier Oberzentren im Ruhrgebiet, im Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt bildet das Zentrum der Region "Mittleres Ruhrgebiet" mit den Orten Hattingen, Herne und Witten in der nahen Agglomeration (750.000 EW). Sie ist Mitglied beim Kommunalverband Ruhrgebiet.

Hier befinden sich fünf Hochschulen, die Ruhr-Universität, eine der größten Universitäten Deutschlands, sowie die Technische Fachhochschule Georg Agricola, die Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Schauspielschule Bochum und die Fachhochschule Bochum, das Deutsche Bergbaumuseum, ein Planetarium, das erfolgreichste Musical der Welt: der Starlight Express, das Eisenbahnmuseum Dahlhausen, ein Technologie-Park und verschiedene Bergbauinstitutionen. Nach dem Niedergang des Bergbaus entwickelte sich Bochum zu einer grünen Dienstleistungsmetropole. In Bochum befinden sich zwei Opel-Werke und ein Großlager für alle europäischen Werke.

Geschichte

  • 890 erstmals erwähnt
  • 1321 Graf Engelbert II. von der Mark verleiht Bochum die Stadtrechte
  • 1860 wird Bochum an die Bergisch-Märkische Eisenbahn angeschlossen, 1874 folgt die Rheinische Eisenbahn
  • Im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen
  • 1965 Eröffnung der Ruhr-Universität
  • 1973 Stillegung der letzten Bochumer Zeche (Zeche Hannover)
  • 1975 Eingemeindung von Wattenscheid
  • 1979 Eröffnung der ersten Stadtbahn-Strecke, Eröffnung Ruhrstadion
  • 1989 Eröffnung der Stadtbahnlinie U35 von Bochum Hauptbahnhof nach Herne Schloss Strünkede
  • 1993 Die Städte Bochum, Hattingen, Herne und Witten schließen sich zur Region Mittleres Ruhrgebiet zusammen.
  • 2003 RuhrCongress wird eingeweiht.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus:

Mit dem Bau des Rathauses wurde 1926 begonnen. Im Jahr 1927 erfolgte die Grundsteinlegung und am 20. Mai 1931 fand die Eröffnung statt. Das Gebäude weist einen symmetrischen Grundriss auf. Der abseits des Straßenverkehrs gelegene Innenhof wird dabei besonders betont. In der Symmetrieachse des Ratshofes liegt auch der Saalbau, so dass zu seinen beiden Seiten Nebenhöfe entstanden. Die Außenseite ist schlicht gehalten und das Eingangsportal sowie der zweistöckige Vorbau an der rechten Front sind die einzigen Fassaden-Schmuckelemente. Der Sockel des Gebäudes besteht aus hartem Granitstein, für die Fassade wurde Muschelkalk verwendet und für das Dach Schiefer. In den Fluren und Repräsentationsräumen kamen Marmor, Bronze und dunkle Holztäfelungen zum Einsatz. Der Rathausbau kostete die für damalige Verhältnisse hohe Summe von mit 9,25 Millionen Reichsmark. Gemeckert wurde damals schon viel, aber die Lauferei zu den vorher über die ganze Stadt verstreuten Ämtern wollte auch niemand zurückhaben...

Brunnen und Glocken: In den 40x46 Meter messenden Innenhof ragt der Ratssaalbau hinein. Hier stehen der Glockenturm und der aus Travertin und Bronze hergestellt Brunnen. Er ist mit kleinen vergoldeten Figuren geschmück. Dieses Fortuna gewidmeten Brunnens symbolisieren durch die Putte mit Ehering und Pantoffel Eheglück, durch die Putte mit Apfel Fruchtbarkeit, durch die Putte mit leerem Portemonnaie den Optimisten und durch die Putte mit Seifenblasen die Illusion. Das Glockenspiel besteht aus 28 Gussstahlglocken mit einem Gesamtgewicht von 2.300 Kilogramm zwischen 375 und vier Kilogramm. Es handelt sich dabei um das erste aus Gussstahl hergestellte Glockenspiel der Welt. Sehenswert ist auch die Glocke vor dem Rathaus, die 1867 als größte von vier Glocken eine Attraktion auf der Weltausstellung in Paris war. Sie wurde damals zur Eröffnung geläutet. Gegossen wurde sie vom Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation. Nach der Pariser Ausstellung stand sie bis 1979 als Denkmal auf dem Werksgelände. Krupp übereignete 1979 die Glocke der Stadt. Sie hat einen Durchmesser von 3,13 Metern und ein Gewicht von 15.000 Kilogramm. Da sie im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde, kann sie nicht mehr geläutet werden.

Propsteikirche St. Peter und Paul:

Die Propsteikirche ist die älteste Kirche Bochums. Bereits zwischen 785 und 800 wurde von Kaiser Karl dem Großen auf dem Gelände einen Reichshof angelegt. Auf dem Hügel nebenan entstand wahrscheinlich eine dem Heiligen Petrus geweihte hölzerne Missionskapelle. Dieser Bau wurde im 11. Jahrhundert durch eine steinerne Saalkirche ersetzt. Diese fiel aber am 25. April 1517 einem Feuer zum Opfer. Die Kirche wurde 1547, unter Wiederverwendung des alten romanischen Chors, als spätgotische Hallenkirche wieder aufgebaut. 1920 kam es abermals zu einem Brand. Die Schäden wurden aber innerhalb der nächsten zwei Jahre beseitigt. Wesentlich länger dauerte der Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Kirche weitestgehend zerstört wurde. Erst 1959 wurde die Rekonstruktion abgeschlossen. Der 68 Meter hohe Turm ist eines der Wahrzeichen Bochums. Im Innern der Propsteikirche sind zahlreiche Kunstwerke aus verschiedenen Epochen zu sehen. Hervorzuheben sind der romanische Taufstein aus der Zeit um 1175, der Reliquienschrein der Heiligen Perpetua und ihrer Sklavin Felicitas, sowie der Hochaltar mit seiner Christusfigur aus dem Jahr 1352.

Pauluskirche: Die Pauluskirche ist die älteste protestantische Kirche der Innenstadt. Sie wurde zwischen 1655 und 1659 mit Spenden aus den Niederlanden errichtet. Ihren Namen erhielt die Pauluskirche erst nach 1874, als die Christuskirche am Rathaus gebaut worden war. Die Pauluskirche brannte infolge eines Bombenangriffs am 12. Juni 1943 bis auf die Grundmauern nieder, wurde aber nach dem Krieg wieder aufgebaut. Das Mahnmal des Friedens vor der Kirche, stammt von dem Bildhauer Gerhard Marcks. Es soll an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und an den Bombenangriff auf Bochum am 4. November 1944 erinnern.

Christuskirche:

Planetarium: Das Bochumer Planetarium (http://www.planetarium-bochum.de/) befindet sich in an der Castroper Straße in Bochum. Das Gebäude hat einen Durchmesser von rund 20 Metern und eine Projektionsfläche von ca. 600 m². Kernstück der Anlage ist der Planetar. Das erste Gerät dieser Art in Europa hat im April 2000 in Bochum seinen Dienst angetreten. Das Planetarium bietet mehrere unterschiedliche Programme, auch speziell für Schulklassen, an.

Sternwarte:

Die Sternwarte im Stadtteil Sundern bietet freitags zwischen 19:30 und 21:30 die Möglichkeit zur Sternbeobachtung. Hierfür stehen zahlreiche Teleskope zur Verfügung.

Museum Bochum: Das Museum Bochum wurde 1960 in der Villa Marckhoff eröffnet. 1983 fand mit einem Neubau der dänischen Architekten Bo und Wohlert eine Erweiterung statt. Die Sammlung umfasst zum einem deutsche Kunst nach 1945 und zum anderen internationale Kunst des 20. Jahrhunderts.

Deutsches Bergbau-Museum: Das Deutsche Bergbau-Museum wurde im Jahre 1930 von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und der Stadt Bochum gegründet. Es ist zudem das Zentrum der Montangeschichtsforschung in Deutschland. Das 1974 von der Dortmunder Zeche "Germania" hierher translozierte Fördergerüst über dem Museum ist mittlerweile zu einem weithin sichtbarem Wahrzeichen der Stadt geworden. Es besteht für Besucher die Möglichkeit von zwei Aussichtsplattformen in 50 m und in 62 m Höhe einen Blick über die Stadt zu werfen. In 20 Hallen werden zahlreiche Objekte aus der Bergbaugeschichte ausgestellt. Unter dem Museum befindet sich in einer Tiefe zwischen 17 und 22 das Anschauungsbergwerk. Auf einer Strecke von 2,5 km wird die Technik des Steinkohlen- und Eisenerzbergbaus bis in die neueste Zeit dargestellt.

Zeche Hannover: (Standort des Westfälischen Industriemuseums)

Kuhhirten-Denkmal:

Das zwischen Propsteikirche St. Peter und Paul und Pauluskirche stehende Denkmal zeigt Fritz Kortebusch und seinen Hund, den letzten Kuhhirten von Bochum, der das Vieh der Bürger auf die Vöde (ein städtisches Weideland) trieb. Die Originalfigur von 1908 wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 1962 wurde eine Nachbildung angefertigt.

Kemnader See

Wasserburg Haus Kemnade: Die Wasserburg "Haus Kemnade" wurde im 17. Jahrhundert an der Ruhr erbaut. In ihr befindet sich die Musikinstrumentensammlung Hans und Hede Grumbt mit mehr als 500 Instrumenten und Spieluhren. Ebenfalls in der Burg zu sehen ist die Ostasiatika-Sammlung von Kurt Ehrich. Östlich der Burg befindet sich in einem Fachwerkhaus das Bauernhausmuseum. Das Gebäude aus dem Jahr 1800 wurde im Zuge von Renovierungsarbeiten erst Anfang der 1970er Jahre hier wieder aufgebaut. Es zeigt bäuerliches Kulturgut aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Stiepeler Dorfkirche: Um 1008 wurde eine kleine Saalkirche erbaut. Der Bau wurde durch die Frau von Kaiser Otto III., Imma (Gräfin Imma) veranlasst. Zwischen 1130 und 1170 wurde die alte Kirche durch eine romanische Basilika ersetzt. Von dieser Kirche sind heute noch der Turm, sowie das Mittel- und das Querschiff erhalten. In dem Zeitraum von 1150 bis 1200 wurde zahlreiche romanischer Wand- und Deckenmalerei im Innenraum der Kirche angeferigt.

Jahrhunderthalle: Die "Jahrhunderthalle" wurde als Ausstellungshalle des Bochumer Vereins für die Düsseldorfer Gewerbeausstellung 1902 gebaut und anschließend als Gebläsemaschinenhalle für die Hochöfen des Bochumer Vereins wiederverwendet. Sie wurde mehrfach erweitert, der Name Jahrhunderthalle wird heute für das gesamte Bauwerk verwendet, das eine Fläche von 8900 m² bedeckt. Die Stahlkonstruktion des Bauteils von 1902 ist besonders bemerkenswert, da sie nicht in erster Linie nach ingenieurtechnischen Gesichtspunkten entworfen wurde sondern eher nach ästhetischen Überlegungen. Nach ihrer Sanierung wird die Halle nun für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt, z. B. für die Ruhr-Triennale. Mittlerweile ist sie das Zentrum des neuen Westparks, mit dem dieses innenstadtnahe ehemalige Industrieareal erschlossen werden soll.

Schauspielhaus Bochum In einem 1908 gebauten ehemaligen Varietétheater eröffnete 1915 das städtische Theater. Während des Ersten Weltkrieges gastierte dort die städtische Bühne aus Düsseldorf. Schon bald machte sich das Theater als Shakespeare-Bühne einen Namen. Im Krieg fast völlig zerstört, entstand auf den alten Fundamenten bis 1954 das heutige Bochumer Schauspielhaus, das auch architektonisch bemerkenswert ist (Architekt: Gerhard Graubner).

Das Theater in Bochum ist nicht zuletzt wegen seiner Intendanten berühmt.

  • Saladin Schmitt (1919-1949)
  • Hans Schalla (1949-1972)
  • Peter Zadek (1972-1979)
  • Claus Peymann (1979-1986)
  • Frank-Patrick Steckel (1986-1995)
  • Leander Haußmann (1995-2000)
  • Matthias Hartmann (2000-2005)

Ruhrpark: Der Ruhrpark wurde im November 1964 eröffnet, er ist damit das erste Einkaufszentrum in Deutschland. Bei der Eröffnung verfügte er nur über ein Fünftel der heutigen Verkaufsfläche von ca. 126.000 m². Der Ruhrpark liegt an der A40. Er ist durch die Linien 336, 355, 364, 366, 368 und NE2 der BOGESTRA zu erreichen.

Ruhrstadion: Das Ruhrstadion ist das Stadion des VfL Bochum. Es wurde zwischen März 1976 und Juli 1979 erbaut und mit einem Spiel gegen SG Wattenscheid 09 endgültig eingeweiht. Es verfügt über 32.645 Zuschauerplätze, davon 16.756 Sitzplätze. Es liegt an der Castroper Straße und ist mit den Straßenbahnlinien 308 und 318 der BOGESTRA zu erreichen. Außerdem liegt es an der A40 und ist über die Autobahnausfahrt "Ruhrstadion" direkt angebunden.

Eisenbahnmuseum Dahlhausen: Das Eisenbahnmuseum liegt auf dem Gelände des ehemaligen Betriebswerks Bochum-Dahlhausen. Die Anlage wurde 1916-1918 errichtet. Da Ende der 1960er Jahre die Kohleförderung im südlichen Ruhrgebiet unrentabel wurde und die Zechen schlossen, somit auch der Bahnbetrieb in diesem Bereich zurückging, wurde das Betriebswerk überflüssig. Es wurde am 1. August 1969 als selbständige Dienststelle geschlossen und teilweise zurückgebaut. Die Güterwagenausbesserung wurde schließlich 1982 eingestellt. Die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. konnte das Betriebswerksgelände ab dem Jahr 1968 schrittweise wieder in den Betriebszustand zurückversetzen und das Museum in der heutigen Form eröffnen.

Theater

19 Theater (Komödie Bochum, Constantin Musik Theater, Der Zauberkasten, Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspiel, Figurentheater-Kolleg, Freilichtbühne Wattenscheid, Jahrhunderthalle, Musisches Zentrum der Ruhr-Universität Bochum, Prinz-Regent-Theater, Stadtteilladen Regenbogen, Ruhr Congress Bochum, Schauspielhaus Bochum, Stadthalle Wattenscheid, Starlight Express, Thealozzi-Kulturhaus, Theater der Gezeiten im Theaterhaus Ecce Homo, Theater Thespis, Variete Et cetera, Waldbühne Höntrop)

Museen

12 Museen (Bauernhausmuseum in Haus Kemnade, Deutsches Bergbaumuseum, Eisenbahnmuseum Dahlhausen, Heimatmuseum Helfs Hof, Kunstsammlungen und Antikenmuseum der Ruhr-Universität, Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität Bochum, Museum Bochum - Kunstsammlung, Schulmuseum, Situation Kunst, Telefonmuseum, Zeche Hannover und Zeche Knirps (beides Westfälisches Industriemuseum)

Verkehr

Schiene

Die Stadt ist über zahlreiche Eisenbahnverbindungen an die umliegenden Städte angeschlossen und hat insgesamt 8 Bahnhöfe. Zudem verkehren mehrere Regionalbahn- und Regionalexpresslinien, sowie zwei S-Bahnlinien (S1 und S3). In der Stadt gibt es eine U-Bahn-Linie (U35 von Bochum Hustadt nach Herne Schloß Strünkede), sowie 5 Straßenbahnenlinien betrieben durch die BOGESTRA im VRR.

Straße

Im Stadtgebiet von Bochum verlaufen 3 Bundesautobahnen. Die A 40, A 43 und A 44. Zudem durchqueren etliche Bundesstraßen die Stadt. In der Planung befindet sich zur Zeit ein Ausbau der A 40 und der Weiterbau der A 44. Der Weiterbau der A 44 ist allerdings heftig umstritten und zahlreiche Bürger und Gruppen versuchen dieses Vorhaben zu verhindern.

Wasser

Als eine der wenige Städte des Ruhrgebiet ist Bochum nicht direkt an das deutsche Bundeswasserstraßennetz angebunden. Eine Anbindung besteht über Herne im Norden an den Rhein-Herne-Kanal. Über die im Süden der Stadt gelegen Ruhr hat man mit kleineren Booten die Möglichkeit über Schleusen an den Rhein zu gelangen. Die Schifffahrt für die Industrie wurde schon lange eingestellt.

Luft

Die nächstgelegenen Flughäfen befinden sich in Dortmund, Essen/Mülheim und Düsseldorf und sind über die Autobahn zu erreichen. Zum Flughafen in Düsseldorf besteht über zahlreiche ICE, IC, RE und S-Bahnlinien eine direkte Verbindung. In etwas weiterer Entfernung befinden sich noch der Konrad-Adenauer-Flughafen in Köln, der Flughafen Niederrhein NRN im Raum Kleve, im Münsterland der Flughafen Münster-Osnabrück sowie der Flughafen Paderborn im Osten.

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